Zahnmedizin und Zahntechnik-wie gut bereiten sich unsere zukünftigen Fachkräfte vor?

„Die Welt wird immer digitaler“ ist einer der Phrasen, die um uns herum auf „digitalen sozialen Medien“, kursieren, in den Foren, die wir auf „unseren digitalen Geräten“ lesen, und vielleicht irgendwo da, erwähnt von einem Freund oder Kollegen, der einen der vielen speziellen Artikel auf seinem Tablet oder Smartphone gelesen hat. Die Digitalisierung ist eine unbestreitbare Tatsache. Das gilt auch für Zahnmedizin und Zahntechnik. Auch wenn sich manche komplett weigern und lieber mit den alten Methoden arbeiten, können  unsere zukünftigen Fachkräfte bei der Ausbildung an Universitäten und Hochschulen manchmal nicht auswählen. Laut Marcus Lensing, der auf zmt- aktuell.de publiziert hat (https://www.ztm-aktuell.de/technik/kronenbruecken/story/digital-…-ist-die-welt–wird-die-zahntechnik – -muss-die-ausbildung-sein__2001.html), muss ein „moderner Zahntechniker“ klassische Fingerfertigkeit mit modernen digitalen  Fähigkeiten kombinieren. Auch die Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxen und Laboren wird „digitaler“.

 Inwieweit entsprechen die eingesetzten Methoden und Technologien den aktuellen Anforderungen an Kenntnisse und Fähigkeiten in Universitäten, in Bezug auf das Studium der Zahnmedizin und Zahntechnik? Welche Schwierigkeiten haben Studierende? Sind die Studenten zufrieden?

To find the answers to these questions, we conducted a survey and asked several students for their opinion, drawing a parallel between the education in Bulgaria and Germany. After the United States and China, according to the 2019 Atlas Dental study, the results of which were published by Annette Kieschnik in dentaldialogue.de (https://www.dentaldialogue.de/zahntechnik-zukunft-digitalisierung-globalisierung-dental-atlas-zahlen- daten-prognosen / ), Germany is the third largest producer of medical technology in the world (including the dental industry).

Um die Antworten auf diese Fragen zu finden, haben wir eine Umfrage durchgeführt und mehrere Studenten um ihre Meinung gebeten, wobei wir eine Parallele zwischen der Bildung in Bulgarien und Deutschland gezogen haben. Nach den USA und China ist laut der Atlas Dental-Studie 2019, deren Ergebnisse Annette Kieschnik in dentaldialogue.de veröffentlicht hat (https://www.dentaldialogue.de/zahntechnik-zukunft-digitalisierung-globalisierung-dental-atlas -zahlen- daten-prognosen / ) ist Deutschland der drittgrößte Medizintechnikproduzent der Welt (inklusive Dentalindustrie).

 Auf welchem ​​Niveau ist die Ausbildung? Ist die Bewerbung schwierig? Wie erschwinglich ist es? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Bulgarien und Deutschland? Was ist anders? Werden die Hochschulen modernisiert?

Trotz des Haupteindrucks, dass die Ausbildung in Deutschland in technischer Hinsicht auf einem höheren Niveau ist als in Bulgarien ist und der allgemeinen Meinung, dass viel mehr Bulgaren zum Studieren ins Ausland gehen als ausländische Studenten nach Bulgarien kommen, stellt sich heraus, dass das nicht ganz der Fall ist und dass die Medaille zwei Seiten hat. Eines ist jedoch absolut richtig – sowohl in Bulgarien als auch in Deutschland ist es äußerst anspruchsvoll, ein Medizinstudium erfolgreich abzuschließen.

Tanya Kuzmova, die das Fremdsprachengymnasium „Ak. Lyudmil Stoyanov“ in Blagoegrad absolviert hat, hat sich wegen ihrer Teilnahme an einem Austausch in einer Austauschfamilie in Berlin während ihres Abiturstudiums, für die Berlinische Universität entschlossen. Vor dem AMOSYS Team teilt sie ihre Erfahrungen als Zahnmedizinstudentin an der Charité-Fakultät in Berlin mit (vollständiges Interview unter: https://amosys.eu/de/2021/10/07/qualitaet-kommt-von-qual-das-motto-eines-professors-oder-was-eine-studentin-der-zahnhmedizin-durchmacht/)“ und erzählt, dass die Fakultät modernisiert und praxisorientiert ist. Auch im klinischen Semester gibt es viele Möglichkeiten. Die Universität bietet CAD / CAM-Technologien an – der Zahn wird gescannt, die Krone digital hergestellt und dann gedruckt. Doch erfolgt der Austausch von Informationen zwischen Kollegen über das Telefon oder mit Papiernotizen. Tanya Kuzmova erzählt von ihrem Fall, als es vergessen wurde, ihr die Zahnabdrücke zu senden. Sie glaubt, dass trotz aller modernen Geräte es gut wäre, wenn die Methode des Informationsaustauschs digital über eine Software geschähe, sodass der gesamte Prozess reibungslos ablaufen würde.

Marcel, aus einer kleinen Stadt in Baden-Württemberg, hat sich für ein Studium der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität in Sofia entschieden. (http://marcel-in-bulgarien.de/medizinstudium-in-bulgarien). Warum beginnt Marcel in Bulgarien zu studieren? Ein Problem in Deutschland ist die begrenzte Anzahl von Plätzen und die notwendige hohe Punktzahl für den Einstieg in dieses Fachgebiet (1,3 Punkte, die 5,70 in Bulgarien oder einer A oder 8 in Großbritannien entsprechen). Das Positive in Bulgarien ist, dass es mehrere Plätze gibt und neben der Beurteilung der Sekundarstufe auch die Beurteilungen in Chemie und Biologie berücksichtigt werden und eine Aufnahmeprüfung an der Universität selbst abgehalten wird, was Marcels Studium in Bulgarien ermöglicht. Als äußerst wichtig empfindet Marcel während seines Studiums unter anderem Kolloquien und die Unterrichten in Kleingruppen. Kolloquien, spezielle Prüfungen zur zwei- bis viermaligen Wissensüberprüfungen der Studierenden pro Fach und Semester, sind in Deutschland unbekannte Zwischenprüfungen, wird aber durch diese Zwischenprüfungen sicher gestellt, dass die Studierenden auch während des Semesters lernen.

Auf welcher Ebene werden die Technologien in Bulgarien eingesetzt? Aus dem Gespräch mit Tanya Kuzmova finden wir heraus, dass sie mit Studenten der Zahnmedizin an der Medizinischen Universität in Plovdiv in Kontakt bleibt und ihre Lehrmethoden und -technologien mit diesen ihrer Kollegen vergleicht. „Auch in Bulgarien ist die Ausbildung auf einem extrem hohen Niveau. Vielleicht ist der einzige Nachteil gegenüber Deutschland der rein finanzielle Aspekt“, aber die Universität in Plovdiv kann sich auch mit CAD- und CAM-Technologien rühmen, die, wie Tanya Kuzmova erwähnt, das Scannen und Drucken als ein 3D-Modell ermöglichen. Außerdem streben Universitäten in Bulgarien weiterhin nach Verbesserung. Ein Artikel auf puls.bg (https://www.puls.bg/novini-i-sbitiia-c-2/moderno-simulatsionno-obuchenie-po-dentalna-meditsina-vv-varna -n-35685) berücksichtigt die neuen Hallen für die Simulationsausbildung von Zahnmedizinstudenten, die mit 50 modernen Dentalsimulatoren ausgestattet sind und großartige Möglichkeiten für eine moderne vorklinische Ausbildung von Studenten und Spezialisten der Zahnmedizin bei voller Kapazität in den meisten klinischen zahnmedizinischen Fachgebieten bieten: Prothetik Zahnmedizin, Kinderzahnheilkunde, chirurgische Zahnheilkunde und Endodontie, Parodontologie, Zahnimplantologie und Oralchirurgie.

 Die Ausblidung in  Deutschland wird trotz der Verfügbarkeit neuer Technologien wegen des unsystematischen Umgangs mit CAD und CAM in einigen Kursen und der Notwendigkeit, die Struktur der Vorlesungen selbst zu verbessern von Marcus Lensing in seiner Veröffentlichung kritisiert. Wenn die „Klassik“ mit der „Moderne“ kollidiert, entsteht die Notwendigkeit einer Umstrukturierung, um die Technologien vollständig zu nutzen und tatsächlich so zu studieren, wie es in der zukünftigen Praxis notwendig sein wird. Die Umsetzung von Ideen aus der Fakultät für Zahnmedizin in Plovdiv, wie die von Dr. Anelia Vlahova in Co-Autorenschaft mit Dr. Stefan Zlatev, MD, Leiter des CAD/CAM-Zentrums der Fakultät für Zahnmedizin in Plovdiv, einen Druck der Monographie „CAD/CAM TECHNOLOGIES IN PROSTHETICS DENTAL MEDICINE“  zu erstellen (veröffentlicht im CAD/CAM Zentrum für Zahnmedizin), erweist sich als äußerst notwendig.

Die Universitäten arbeiten in die richtige Richtung, aber die Anpassung neuer Methoden braucht Zeit. Die moderne Basis bietet eine gute Grundlage, aber praktische Fähigkeiten bleiben im Vordergrund. Die während des Studiums gewonnenen Erkenntnisse, ob in Bulgarien oder in Deutschland, sind auf einem sehr guten Niveau und ohne sie wären neue Technologien bedeutungslos. Jede Hochschule hat ihre Vor- und Nachteile. Die Offenheit der Studierenden für Innovationen, für das Risiko eines Auslandsstudiums zu machen und die Motivation, medizinische Fachrichtungen in einer Fremdsprache zu studieren, ist jedoch ein Zeichen dafür, dass unsere Fachärzte auf der Höhe der Zeit sind und sich gerne ihrem Beruf widmen.  

Quellen:

1. Lensing Markus. 07.04. „Digital … ist die Welt … wird die Zahntechnik … muss die Ausbildung sein!“ http://www.ztm-aktuell.de/technik/kronenbruecken/story/digital-…-ist-die-welt– wird-die-zahntechnik – muss-die-ausbildung-sein__2001.html

2. Kieschnick Annett. „Zukunft Zahntechnik. Wie gut sind Sie vorbereitet?“. https://www.dentaldialogue.de/zahntechnik-zukunft-digitalisierung-globalisierung-dental-atlas-zahlen-daten-prognosen/

3. „Marcel in Bulgarien“. Persönlicher Blog. http://marcel-in-bulgarien.de/medizinstudium-in-bulgarien

4. Tanja Kuzmova. Interview mit TEACS Ltd. https://amosys.eu/blog/2021/10/19/interview-student-germaniq/

5. Deutsche Welle für Bulgarien. 13.02.2019 „Warum Deutsche in Bulgarien Zahnmedizin studieren“ https://p.dw.com/p/3DI1q

6. MU Varna. 19. September 2019. „Modernes Simulationstraining in der Zahnmedizin in Varna.“ https://www.puls.bg/novini-i-sbitiia-c-2/moderno-simulatsionno-obuchenie-po-dentalna-meditsina-vv-varna-n-35685 

7. Dr. Anelia Vlahova und Dr. Stefan Zlatev. CAD/CAM Zentrum für Zahnmedizin. https://www.facebook.com/CADCAMFDMPLOVDIV